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Alfred Jarry: König Ubu (2006/2007)

„Furz Schoiße“ - war das ein Stück!

Probenfoto (anklicken)
Es mag Leute geben, die ins Theater gehen, ohne sich vorher über den Inhalt des Stückes informiert zu haben. Zu diesen Leuten gehöre ich. Warum sollte man sich nicht einfach mal überraschen lassen? Von den Schauspielern, der Thematik und den Wortgefechten? Muss man schon von vornherein wissen, was es mit der Weißwurscht auf sich hat? - Nein, muss man nicht! Hat es eigentlich einen tieferen Sinn, dass die männlichen Schauspieler keine Hemden unter ihren Jacketts tragen, die Frauen hingegen schwarze Tops?
Gut, das sind nicht die existenziellen Fragen, die dieses Stück aufwerfen soll. Aber vielleicht Fragen, die sich einige Zuschauer auf dem Nachhauseweg gestellt haben. Nach einem kurzen und knackigen Stück, welches nach Meinung des Publikums ruhig doppelt so lang hätte dauern können. Ich hatte das Vergnügen, schon viele Theaterstücke sehen zu dürfen und mindestens bei der Hälfte habe ich mehr als einmal auf die Uhr gesehen und mir sogar das Ende herbeigesehnt. Und das waren meistens keine Schultheaterstücke, sondern Inszenierungen der "Großen", der Regisseure und Schauspieler am Theater.
Ubu schwingt die KlobürsteDoch mit denen können es unsere Schauspieler und Schau-spielerinnen schon lange aufnehmen. Denn die Oberstufen-Theatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums ist auf jeden Fall keine dieser Schulspielgruppen, die ein Stück nur aufführen. Nein, sie inszenieren es! Jedes Jahr wieder wählt die Gruppe einen neuen Klassiker der Weltliteratur bzw. der Theatergeschichte aus, um es einmal komplett auf den Kopf zu stellen und dann in gewohnt unkomplizierter Art und Weise ihrem Publikum näher zu bringen. Dabei ist der Inhalt des Stückes zwar wichtig, doch ebenso unverzichtbar ist die "Verpackung", die auf die Unterhaltung der Zu-schauer zielt - diese unverwechselbare Handschrift der Theatergruppe, die jedes Stück wieder aufs Neue einzig-artig macht. Zwar gibt es immer wieder Parallelen, die an frühere Stücke erinnern, so zum Beispiel die konsequent schwarze Kleidung, doch werden auch immer wieder neue Ideen eingebaut. Diesmal wird der Zuschauer von einem kompetenten Moderatorenduo bestehend aus Sandra C. Patzelt und Manuel Hemm sowie einem Nummerngirl (Jana Uhl) durch das Stück geleitet, die außer der Präsentation von Zitaten berühmter Autoren und Theoretiker beim Publikum auch ihr Animationstalent unter Beweis stellen müssen. Da findet sich der zuvor nichts ahnende Zuschauer plötzlich in der absurden Situation wieder, dass er seinem meist unbekannten Nachbarn ein zärtliches „Ich hab dich lieb“ ins Ohr flüstert oder mal eben die Armee des russischen Zaren vertritt.
ProbenfotoDoch all die kleinen Abwechslun-gen lenken den Zuschauer nicht vom Wichtigsten überhaupt ab: den Schauspielern. Da sind zu allererst die beiden Hauptdarstel-ler zu nennen, Jan Glöckner als König Ubu und Marion Wirsieg als dessen machtgierige Ehefrau Mutter Ubu. Beide haben es ge-schafft, den abstrusen Charak-teren Leben einzuhauchen, sei es durch das Darstellen eines ebenso gewalttätigen wie feigen Trottels, der keinerlei Macht über seine Frau, geschweige denn über seinen Hofstaat hat oder sich durch einen überraschend ein-setzenden Heulkrampf seiner werten Gemahlin genötigt sieht, seine Schimpftiraden zu unter-brechen.
Aber diesen zwei Schauspielern allein wäre es sicherlich nicht gelungen, die Geschichte rund um den König Ubu zu erzählen: die Geschichte eines primitiven, feigen und gefräßigen Emporkömmlings, der durch einen Mord den polnischen Thron für sich vereinnahmen will. Dies gelingt ihm zwar, doch führen seine Regierungshandlungen dazu, dass einer seiner Kumpane ihm die russische Armee auf den Hals hetzt. Im Krieg gegen Russland wird Ubu vernichtend geschlagen, jedoch schafft er es noch rechtzeitig, sich mit seiner Gattin zurück nach Frankreich zu flüchten.
Ubu verhört Hauptmann BordureNein, ohne Zweifel, zu dieser Inszenierung waren noch viele weitere junge und talentierte Schülerinnen und Schüler des DGs nötig. So zum Beispiel Max Friedrich (als Bordure), der sich unter anderem mit Sarah Lill (als Zar) einen Dialog der anderen Art lieferte oder auch Fabian Behrens, der nicht davor zurückschreckte, auch einmal in die Rolle der Mutter Ubu zu schlüpfen, um feststellen zu müssen, dass Lippen-stift aufzutragen doch nicht ganz so einfach ist, wie es immer aussieht. Allerdings dürfen auch nicht die anderen Schauspieler, die meistens gleich den Part mehrerer Figu-ren übernommen haben, unerwähnt bleiben. Das Weißwurst-MassakerSo zum Bei-spiel Christina Det-telbacher, die trotz schnellen (aber dennoch gut verständlichen!) Redens auch noch ihre Mimik gekonnt einsetzte oder Simon Einwich, der sich als König Wenzeslas kurzerhand sein Hemd vom Leib riss. Und auch die Ge-folgsleute, Adligen und Ratsherren, unter ihnen Svenja Eichhorn, Sandra Obermaier, Bettina Bodi sowie Andreas Boosz trugen wesent-lich zum Gelingen des Stückes bei, unter anderem durch kleine syn-chrone Schrittfolgen oder plötzlich Glitzer-Attacken. Doch was wären diese kleinen Tanzeinlagen der Schau-spieler ohne die entsprechende Musik? In etwa so, wie Sommerferien mit Dauerregen. Oder Weih-nachten ohne Geschenke: langweilig und enttäuschend! Aber gelangweilt oder gar enttäuscht war das Publikum keineswegs, denn Christoph Habermeier und Jürgen Moroskow sorgten für die passende Musik bzw. setzten König Ubu und sein Gefolge ins richtige Licht. Ohne die zwei Drahtzieher Dominik Stoecker und Ludwig Bieger aber, die außer der Aufgabe der Regie auch noch als eine Art "Mädchen für alles" agierten, wäre dieses Stück vielleicht nie in dieser Form auf die Bühne gekommen. Die Zuschauer hätten nie erfahren, dass eine Klobürste nicht immer nur die Aufgaben einer Klobürste übernehmen muss oder dass man ein kriegerisches Gemetzel nicht nur mit Schwertern, sondern ganz „schräg“, durch Zerfleischen einer Weißwurst darstellen kann! Viele neue, witzige Ideen waren es also, die dem Zuschauer dargeboten wurden und ihn so vor einem langweiligen und enttäuschenden Abend vor der Glotze retteten.
[Nadine Peter]



Die Personen und ihre Darsteller

König Ubu: Jan Glöckner, KS13
Mutter Ubu / Polnische Armee: Marion Wirsieg, KS13
Hauptmann Bordure / Kapitän: Max Friedrich, KS13
Gefolgsleute / Adelige / Ratsherren:
Fabian Behrens, KS13
 Bettina Bodi, KS13
 Andreas Boosz, KS13
 Christina Dettelbacher, KS13
Svenja Eichhorn, 11b
 Sarah Lill, KS13
 Sandra Obermaier, 11b
König Wenzeslas: Simon Einwich, 10a
Königin Rosamunde: Christina Dettelbacher, KS13
Bougrelas / Mutter Ubu II: Fabian Behrens, KS13
Zar Alexis: Sarah Lill, KS13

Moderation:
Nummerngirl: Jana Uhl, 10a
Moderatorin: Sandra C. Patzelt, KS13
Moderator: Manuel Hemm, KS13

Souffleuse: Franziska Stephan, KS13

Schlagzeug: Christoph Habermeier, KS13
Licht / Technik: Jürgen Moroskow, 10a

Regie: Dominik Stoecker / Ludwig Bieger

Spieldauer: 50 Minuten


Poster
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Poster "König Ubu"

 

Fotos Neubiberg (50. Bayerische Schultheatertage)
(zum Vergrößern Bild anklicken)

Kommentar-Wand bei den 50. Bayerischen Schultheatertagen Neubiberg

Fabian - Marion - DominikJan - Franzi - Sandra














Besprechung des StücksBesprechung














Beobachtung des StegreifspielsBeobachtung des Stegreifspiels: Marion - Sandra - Jan














Beobachtung des StegreifspielsBeobachtung des Stegreifspiels: Franzi - Sandra - Bettina














Beobachtung des StegreifspielsBeobachtung des Stegreifspiels: Dominik Stoecker, Reinhold Schira














Franzi - Sarah - JanUnser Stegreifspiel














Unser Stegreifspiel



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