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Frank Wedekind: Frühlings Erwachen (2005)

Aus dem winterlichen Bamberg hinein ins "Frühlings Erwachen"
des Dientzenhofer-Gymnasiums


Dunkelheit. Begleitet von Gitarrenklängen (Markus Eckert) betreten die schwarz gekleideten Schauspieler der Oberstufentheatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums die Bühne des Großen Hauses, um ihre moderne Inszenierung (jedoch mit altem Text) von Frank Wedekinds Drama "Frühlings Erwachen" dem gespannten Publikum zu präsentieren.
Manuel Hemm - Sandra Patzelt - Jan GlöcknerDieser Auftritt sollte der Erste und Letzte des ganzen Stückes gewesen sein, denn die Darsteller, die alle mit dem Rücken zum Publikum standen, verließen ihren Platz nicht mehr, außer um in die Mitte zu gehen und dort in vielen kleinen Szenen die Handlung rasant voran zu treiben. Manchmal leider auch etwas zu schnell, denn Zuschauer, die nicht mit dem Stück vertraut waren, hatten teils Probleme, dem Geschehen auf der Bühne zu folgen. Doch die Unverständlichkeiten wurden durch den Sprechchor im Hintergrund, der wichtige Schlüsselwörter hervorhob, gemildert. Über diese kleinen Schönheitsfehler kann man jedoch getrost hinwegsehen, da es die Schauspieler schafften, die Problematik des Stücks sehr glaubhaft zu vermitteln.
"Moral ist das Produkt aus Sollen und Wollen", so der vermummte Mann (Jenny Heard). Doch was genau bedeutet Moral für die betroffenen Personen? Für die 14-jährige Wendla (Marion Wirsieg, umwerfend unwissend) bedeutet es den Tod, da sie nichtsahnend schwanger wird und an der Abtreibung sterben muss, weil ihre Mutter (Bettina Bodi, glaubhaft verlegen) mit der Schande eines unehelichen Kindes nicht leben möchte. Sandra Patzelt - Jan GlöcknerDer Vater des ungeborenen Kindes, Melchior, (Manuel Hemm, der die Schwierigkeiten des Er-wachsen-Werdens äußerst glaubwürdig interpretierte), wird von seinen Eltern (Sarah Lill, Valerian Zenk) in eine Bes-serungsanstalt geschickt, da er durch das Verfassen einer Aufklärungsschrift die Tabus der damaligen Zeit ge-brochen hat und somit aus der Sicht seiner Lehrer auch für den Selbstmord seines Freundes Moritz Stiefel (Jan Glöckner, brilliant!!!)  verantwortlich ist. Das Ganze gipfelt in einer sowohl witzigen als auch nachdenklichen Szene auf dem Friedhof. Witzig deshalb, da Moritz Stiefel als liebenswürdiger Geist das Publikum zum Schmunzeln bringt und der innerlich zerrissene Melchior Gabor sich zwischen Leben und Tod entscheiden muss.
Fazit: Man nehme also ruhig ein älteres Stück mit einem Thema, welches auch heute noch aktuell ist, verziere es mit ein paar witzigen Details, inszeniere es mit begabten Schauspielern, lege die Regie in die Hände von Ludwig Bieger und Dominik Stoecker und heraus kommt ein Stück, das seine Zuschauer als inspirierend, anders, verstörend, wahr, wichtig und überraschend empfanden. Herzlichen Glückwunsch!

sagen
Lea Irmisch (CG) und Nadine Peter (DG)

 



"Verbummelt, versumpft, verhurt und verludert!"
Tabu–Themen des 19. Jahrhunderts in neuem Frühlings Erwachen bei den 12. Schultheatertagen

Männliche Regungen – darum geht es in dem Stück, inszeniert vom Dientzenhofer Gymnasium. Meine Güte, was für ein Stück, dessen Umgang mit der Liebe, aber auch mit dem Tod auf einem solch steilen Grad wandert und trotzdem nicht in den Abgrund der Verachtung stürzt.
Auf der Suche nach dem Wahrheit über Geburt und Zeugung verfasst Melchior eine Aufklärungsschrift mit dem vielsagenden Titel "Der Beischlaf", die er seinem Freund Moritz aushändigt. Dieser, im prüden 19. Jahrhundert lebend und so verängstigt und verunsichert, jagt sich schließlich eine Kugel in den Kopf. Wendla und Moritz, voller Entdeckungsdrang für ihren eigenen Körper, die Lust und die Liebe, erproben die Sexualität auf dem Heuboden und Wendla wird schwanger. Als Wendlas Mutter etwas von der Schwangerschaft bemerkt, wird schnell eine Abtreibung vorgenommen und Wendla erzählt, sie habe die Bleichsucht. Wendla stirbt an den Folgen, doch Moritz tritt nach der Begegnung mit seinen verstorbenen Freund Melchior Gabor und dem vermummten Herrn wieder ins Leben ein.
Frank WedekindWedekinds Drama wird hervorragend in eine Inszenierung gewandelt, in der die Moderne als auch die "hohe Sprache" des 19. Jahrhunderts sehr gut miteinander harmonieren. krasse Gegensätze bilden die Charaktere, die von den Darstellern wahrlich verkörpert wurden. Es überrascht mich, dass mit so wenig Requisiten ein so durchdringendes Stück aufgeführt werden kann, das trotz der Tristheit von Bühnenbild und –outfits nie langweilig wird. Diese Tatsache erfordert auch die höchste Konzentration von den Zuschauern, denn wer nicht mitdenkt hat verloren. Der Anspruch an den Zuschauer ist hoch und man muss sich gelegentlich an bereits Gespieltes erinnern, um die weitere Abfolge der Handlungen zu verstehen. Beeindruckt hat mich die bemerkenswerte Leistung der Schüler die viel Humor in einen doch sehr ernsten Hintergrund drückten und trotzdem nie in Versuchung kamen das Stück mit eigenen "Lachern" zu schmeißen. Ellenlange Texte, die neben dem Schulstoff auswendig gelernt werden mussten und zu guter letzt die sprachliche Leistung, die wirklich nichts zu wünschen übrig lässt. Gerade Moritz, gespielt von Jan Glöckner überzeugte mich mit grandioser schau-spielerischer Leistung, alle Achtung! Was neu war, ist die Tatsache, dass sich alle Darsteller während der ganzen Spielzeit auf der Bühne befanden und das hebt von anderen Stücken ab.
Doch was ist wohl die Intention, solch ein Stück heute von jungen Menschen spielen zu lassen?, fragte mich eine Zuschauerin, die die Begebenheiten im 19. Jahrhundert erschüttert haben. Nun, ich denke, das Stück trifft ins Mark einer modernen Welt, für die das Thema Aufklärung mehr als abgehandelt ist. Gerade durch die extreme Aufbereitung der Themen Sexualität und Tod mit Humor schockiert man durchaus beabsichtigt und ruft ins Gedächntis, dass das diesbezügliche Weltbild nicht immer so tolerant war.
Und die Moral von der Geschicht´? Aufklärung vergessen darf man nicht!
Für alle, die anspruchsvolle Inszenierungen lieben und sich im Theater nicht nur von Darstellern betexten lassen wollen ohne gedankliche Eigeninitiative zu ergrei-fen und für alle, die offen gegenüber gewagten Themen sind, empfehle ich, die Vor-stellung am Dienstag um 19:30 Uhr in der Aula des DG wahrzunehmen.

Katharina Pellmaier,
Fachakademie für Sozialpädagogik Bamberg

 


Die Personen und ihre Darsteller


Moritz Stiefel / Schalk - Jan Glöckner, KS12
Melchior Gabor - Manuel Hemm, 11e
Wendla Bergmann - Marion Wirsieg, KS12
Frau Bergmann - Bettina Bodi, KS12
Frau Gabor - Sarah Lill, KS12
Herr Gabor / Rentier Stiefel - Valerian Zenk, 10b
Ilse, ein Modell - Sandra C. Patzelt, KS12
Hänschen Rilow / Dr. Brausepulver - Andreas Boosz, KS12
Pastor Kahlbauch - Simon Einwich, 9a
Der vermummte Herr - Jenny Heard, KS12

Die Gymnasiasten / Zöglinge der Korrektionsanstalt:
Otto / Diethelm - Johannes Graf, 8c
Georg / Reinhold -  Nikolai Horvat, 8c
Robert / Ruprecht - Oliver Karl, 8c
Helmuth - Simon Einwich, 9a

Wendlas Freundinnen:
Martha - Lisa Kröner, KS13
Thea - Svenja Eichhorn, 10b

Die Professorinnen:
Sonnenstich - Lisa Senger, 10e
Knüppeldick - Svenja Eichhorn, 10b
Zungenschlag - Sandra Obermeier, 10b
Fliegentod - Bianca v. Gregory, 8f
Hungergurt - Lisa Kröner, KS13

Souffleuse: Christina Dettelbacher, KS12

E-Gitarre: Markus Eckert, KS13
Licht: Christian Wilke, 10a
Maske: Moni Heckmann / Toni Lang, 10c

Regie: Dominik Stoecker / Ludwig Bieger

Spieldauer: 60 Minuten
 


Poster
(für höhere Auflösung Bild klicken)

Poster "Frühlings Erwachen"
 


Fotos der Aufführung am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg, 19. Februar 2005
(zum Vergrößern anklicken)

Sarah Lill (Frau Gabor)Die Gymnasiasten















Sandra Patzelt (Ilse) - Jan Glöckner (Moritz)Manuel Hemm (Melchior) - Jan Glöckner (Moritz)















Marion Wirsieg (Wendla) - Manuel Hemm (Melchior)Marion Wirsieg (Wendla) - Manuel Hemm (Melchior)















Marion Wirsieg (Wendla) - Manuel Hemm (Melchior)Marion Wirsieg (Wendla) - Manuel Hemm (Melchior)















Marion Wirsieg (Wendla) - Manuel Hemm (Melchior)Jan Glöckner (Moritz) - Jenny Heart (Der vermummte Herr) - Manuel Hemm (Melchior)















Jan Glöckner (Moritz) - Manuel Hemm (Melchior)Jan Glöckner (Moritz)














Jan Glöckner (Moritz)Marion Wirsieg (Wendla) - Bettina Bodi (Mutter)
















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