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Carel Schrover: Ein merkwürdiger Prozess (1993)

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Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)

























Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)Ein Beamter einer Behörde wird von der Polizei vor Gericht geholt, und der Mann, der nie auch nur einer Fliege ein Leid angetan hat, erfährt zu seinem Entsetzen, dass er des Mordes angeklagt ist - allerdings sozusagen des indirekten Mordes, aber immerhin des Mordes an einem Menschen. Der Tatbestand: Er hat einen eigen-willigen älteren Herrn Kalb, mit dem er dienstlich zu tun hatte, barsch behandelt, und darüber hat sich Herr Kalb, der herzkrank ist, so aufgeregt, dass er am Abend jenes Tages um zehn Uhr an einer Herzlähmung stirbt.

Nun weiß jeder, dass eine solche Anklage in Wirklichkeit niemals erhoben würde. Aber es ist überhaupt ein merkwürdiger Prozess, der hier verhandelt wird: Als die Richterin dem Angeklagten zum Schluss das letzte Wort gibt, ist der Angeklagte verschwunden; er muss sich in Luft aufgelöst haben. An seiner Statt melden sich die Stimmen unsichtbarer Gestalten zu Wort. Die Staatsanwältin hat forsch und munter zehn Jahre Frei-heitsentzug beantragt; sie ist eine patente Beamtin, die Karriere machen wird, denn für sie gibt es keine Bedenken, weil es für sie keine Rätsel gibt. Die Richterin aber bemüht sich, alle Möglichkeiten sorgsam abzuwägen. Ist der Angeklagte an dem Tod des Herrn Kalb nicht vielleicht doch unschuldig? Hat dessen krankes Herz etwa nur deshalb ausgesetzt, weil sich Herr Kalb auf einem langen Spaziergang bei Windstärke sieben überanstrengt hat? So kommt es hier zu einem Prozess, in dem kein Urteil gefällt wird. Die Richterin wagt es nicht, eine Entscheidung zu treffen, denn auch die Wissenschaft versagt: Die akademisch gebildeten Sachverständigen, der Arzt und der Herr vom Institut für Wetterkunde, sind trotz allen gelehrten Sprüchen nicht imstande, sich bindend zu äußern. Alles bleibt in der Schwebe.
Alexander Brehm (Amtsdirektor), Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)
Da ist also nun ein Beamter, der sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet hat, der in der Welt der Zahlen und Paragraphen zu einer angesehenen Stellung gekommen ist, der aber über Zahlen, Bestimmungen und Paragraphen nicht mehr hinaussehen kann, und da ist der eigensinnige Stationsvorsteher a.D., der herzkrank ist, das aber vor der Welt und vor sich selbst nicht wahrhaben will. Ein Zufall führt diese beiden Männer gegeneinander. Zwei verschiedene Naturen stoßen zusammen, und die Lebensuhr des Älteren von beiden läuft ab. Ist da ein Zusammenhang? Ist da etwa eine Schuld? 

Der Autor, der in der Gestalt der Richterin darauf die Antwort zu geben hätte, spricht niemanden frei, aber er spricht auch niemanden schuldig. Im Grunde geht es dem Autor gar nicht um diesen „Fall“. Ihn treibt wohl die bedrückende Einsicht, dass jeder Mensch sich seinen Mitmenschen gegenüber einmal vergreift, ihnen nicht gerecht wird, sie verletzt. Alle diese Vergehen verletzen zwar keine geschriebenen Gesetze, der Schuldige wird daher auch nicht vor Gericht gezogen - aber der Mensch hat doch das Gericht des Gewissens zu fürchten. So ist das Spiel wie ein Alptraum des Autors von der Härte des Daseins.

Es sind Männer, um die es sich hier handelt, Männer, die in ihrem Dienst aufgehen, die tüchtig sind in ihrer Art, die alles furchtbar ernst nehmen, selbst wenn sie spielen wie Knaben - und es sind die Frauen dieser Männer, welche sich fragen: "Kann man's nicht ändern? Muss man es durchstehen?"
Stephan Schuster (Herr Scheer)

























Die Personen und ihre Darsteller


Peter Maar, Abteilungschef im Wohnungsamt - Christian Gunzelmann, KS 13
Gertrud, seine Frau - Kerstin Kruse, KS 13
Archibald Kalb, Stellv. Bahnhofsvorsteher a.D. - Marc Muschler, 10d
Theodora Kalb-Knaake, seine Frau - Türkmen Tezcan, 11c
Die Gerichtspräsidentin - Melanie Hagn, KS 13
Die Staatsanwältin - Kerstin Wustmann, KS 13
Dr. A. Tamin, Arzt - Matthias Schumann, 10c
Dr. I. Termiek, Leiter des Instituts für Wetterkunde - Jens Garleff, KS 13
Der Direktor des Statistischen Amts - Alexander Brehm, 10c
Fräulein A, Sekretärin - Nina Bauer, 8d
Fräulein Z, Sekretärin - Katharina Pilz, 8d / Yvonne Rödig, 8b
Herr Scheer - Stephan Schuster, KS 13
Frau Scheer - Rebekka Kraus, 8b
Ein Justizwachtmeister - Jadwig Hermanson, KS 12
Eine Gerichtsschreiberin - Arzu Coban, 11b

Beleuchtung: Holger Bernard, 11b
Technik: Frank Tollkühn, KS 12
Plakat und Programmheft: Christian Gunzelmann, KS 13 / Ralf Liebig, KS 13

Inszenierung: Ludwig Bieger

Spieldauer: ca. 1 Stunde, 10 Minuten
Ort der Handlung: Rotterdam, 17. März 1961
 

Fotos (DIA-Scans) der Generalprobe
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Marc Muschler (Herr Kalb) - Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)Jadwig Hermanson (Wachtmeister) - Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)
Gerichtsverhandlung: Melanie Hagn, Christian Gunzelmann, Arzu Coban
Christian Gunzelmann, Melanie Hagn

Bildschirm-Fotos aus dem VHS-Video
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Yvonne Rödig, Nina Bauer (Sekretärinnen), Alexander Brehm (Amtsdirektor), Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar), Alexander Brehm (Amtsdirektor)














Yvonne Rödig, Nina Bauer (Sekretärinnen)Stephan Schuster (Herr Scheer), Rebekka Kraus (Frau Scheer)














Kerstin Wustmann (Staatsanwältin), Melanie Hagn (Gerichtspräsidentin)Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar), Rebekka Kraus (Frau Scheer)














Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar), Alexander Brehm (Amtsdirektor)Stephan Schuster (Herr Scheer), Rebekka Kraus (Frau Scheer), Marc Muschler (Herr Kalb)














Matthias Schumann (Dr. Tamin), Jens Garleff (Dr. Termiek)





























Kerstin Kruse (Frau Maar)Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)Christian Gunzelmann [+2010] (Herr Maar)

























 

 


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