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Wenn man darauf achtet, sieht man sie überall: kleine, gelbe Stummel. Unter Bänken, bei Spielplätzen oder in Parks tummeln sie sich häufig zu hunderten – die Rede ist von Zigarettenkippen.

Im Rahmen des Natur und Technik Unterrichts der 5. Klasse wird besprochen, welche Auswirkungen Rauchen auf den Körper des Menschen hat. Den Schülerinnen und Schülern des Dientzenhofer Gymnasiums wurde schnell klar, dass die enthalten Stoffe sehr schädlich für die Gesundheit sind. In der darauffolgenden Diskussion stellte eine Schülerin dann auch prompt die Frage, welche Folgen es denn für die Umwelt hat, wenn Raucher ihre Kippen einfach auf den Boden werfen. Eine kurze Recherche zu dem Thema ergab, dass ein Zigarettenstummel mit seinem Mix aus Giftstoffen zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen kann. Forscher der San Diego State University stellten im Jahr 2011 sogar fest, dass ein Stummel pro Liter bereits Fische töten kann. Das im Filter enthaltene Mikroplastik wurde schon in der Arktis gefunden und es dauert über 15 Jahre, bis die Kippe abgebaut ist. Besonders gefährlich sind die Kippen jedoch für Kleinkinder: sie nehmen diese in den Mund und der Konsum von mehreren Kippen kann sogar tödlich enden.

Das schockierte sowohl die Klasse als auch die Lehrkraft und deswegen wurde sich kurzerhand darauf geeinigt, dass, anstatt des „normalen“ Unterrichts, zwei Schulstunden darauf verwendet werden, die Kinder der naheliegenden Kindertagesstätte Jean Paul über die Gefahren aufzuklären und im Anschluss das Areal rund um die Kita von diesen Dingern zu befreien- natürlich mit Handschuhen. Und die Aktion hatte schnell Erfolg: Innerhalb einer Stunde hatten die Klasse über 6.600 Kippen gesammelt. Das schont mindestens 325.000 Liter Grundwasser! Die Schülerinnen und Schüler sind natürlich sehr stolz auf ihre Leistung aber wünschen sich von den Erwachsenen auch, dass sie ihre Kippen nicht mehr achtlos auf den Boden werfen – „oder am besten gleich ganz aufhören mit dem Rauchen!“, wie es ein Schüler formulierte.

 

Sarah Braunmiller, Katharina Reiß und die Klasse 5f des Dientzenhofer Gymnasiums.