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Exkursion in das Transplantationszentrum Erlangen

Die Organspende- so geschätzt sie auch ist, wird sie von vielen Personen noch abgelehnt, da diese nicht ausreichend informiert sind. Nur etwa 11% der Bevölkerung Deutschlands stimmt momentan einer Organspende zu. Dies ist eine sehr geringe Zahl im Vergleich zu den Erkrankten, weswegen immer mehr Patienten ihre wertvolle Lebenszeit damit ,,verschwenden“ um auf ein Organ zu hoffen. Um junge Leute über solch eine Spende aufzuklären und im Zuge dessen auch die Angst zu nehmen, bietet das Universitätsklinikum in Erlangen des Öfteren ein Seminar an, in dem Chirurgen, Juristen und Patienten über die Organspende berichten. Diese Chance haben die Klasse 10c und das W-Seminar ,,Wunderwerk Körper“ genutzt.

Am Morgen des 21.10.2022 versammelten wir uns am Bahnhof in Bamberg, von dort sind wir gemeinsam mit dem Zug nach Erlangen gefahren. Da wir eine medizinische Fakultät besuchten, war es absolut notwendig, dass wir vorher einen Corona Test zu machen. Nach einem kurzen Fußmarsch kamen wir in der Uniklinik an, wo wir (und auch noch weitere Klassen anderer Schulen) von Frau Dr. Heller begrüßt wurden. Anschließend gab sie das Wort an den Neurologen Prof. Dr. Erbguth ab, der uns über den Begriff ,,Hirntod“ und die verschiedenen Arten von Organspende aufklärte. Im Anschluss beantwortetet Frau Dr. Heller Fragen und brachte uns zudem die Gründe, Vorsorge, Probleme, sowie die Einstellung vieler gegenüber der Organspende näher. Hierbei bekamen wir auch durch Bilder interessante Einblicke in solch eine Operation. Die Fotos waren aber definitiv nicht für jeden geeignet, denn einige Schüler verließen ab diesem Moment den Hörsaal.

Nach einer kurzen Erfrischungspause klärte uns der Jurist Christoph Wittmann über die rechtlichen Rahmenbedingungen auf und veranschaulichte somit noch einmal, wie nützlich ein Organspendeausweis ist.
Mit diesem Vortrag beendete der Jurist den eher sachlichen Teil des Vormittags, denn danach wurde es emotional: zwei Nierenpatienten und ein lebender Spender erzählten ihre eigenen Geschichten.
Der erste Erkrankte war 10 Jahre an die Dialyse gebunden, bis er ein paar Tage vor diesem Vortrag mitten in der Nacht angerufen wurde, mit der Nachricht endlich eine neue Niere zu bekommen. Kurz darauf wurde er natürlich operiert. Der zweite Erkrankte musste jedoch nicht so lang warten, da sein Zustand für die Dialyse schon zu schlecht war. Er hatte aber das Glück eine Niere von seinem Stiefvater zu bekommen, der auch selbst anwesend war und somit aus der ,,Sicht des Spenders“ berichten konnte. Alle drei Betroffenen wurden rückblickend sentimental und es fiel ihnen teilweise schwer über ihre Geschichten zu reden, dennoch waren sie glücklich und erleichtert. Erstaunlich war es, dass die drei so kurz nach den Operationen schon wieder so fit waren. Die wohl interessanteste Frage wurde uns aber auch beantwortet: es fühlt sich nicht so an als wäre etwas in ihrem Körper ,,fremd“ oder im Falle des Spenders als würde etwas ,,fehlen“.

Nach diesem informativen Vormittag sind wir gegen 13 Uhr wieder zurück nach Bamberg gefahren, hoffentlich alle ausreichend informiert und froh darüber gesund zu sein, denn dieses Seminar hat gezeigt, dass wir nur auf die Gesundheit und Hilfe von unseren Mitmenschen hoffen können. Da nicht jede Klasse die Chance bekommt, an diesem Seminar teilzunehmen, sind wir sehr dankbar ein Teil davon gewesen zu sein.

Selina Sendler & Viktoria Kutseva Q11